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Richtig zitieren

Nachdem ich im letzten Beitrag erklärt habe, wie man eine Fußnote richtig setzt, geht es heute um das korrekte Zitat – also wie du einen Text eines anderen Autors in deinen Text einfügst.

 

Es ist zu unterscheiden zwischen einem direkten und einem indirekten Zitat. 

 

Beim indirekten Zitat gibst du den Gedanken eines anderen nicht Wort für Wort wieder und du benutzt den Konjunktiv.

 

Beispiel: Müller ist der Meinung, dass es besser wäre, die Geschwindigkeit auf Autobahnen auf 100 Stundenkilometer zu begrenzen. 

 

Diese Aussage müsstest du natürlich in einer wissenschaftlichen Arbeit mit einem Literatur-Nachweis belegen, also zum Beispiel mit einer Fußnote. Und der Gedanke darf durch dich nicht verfälscht werden.

Das direkte Zitat

Beim direkten Zitat gibst du alles von einer anderen Person Wort für Wort wieder. Das kennzeichnest du mit Anführungsstrichen zu Beginn und am Ende des Zitats.

 

„Eine 100-Stundenkilometer-Begrenzung auf deutschen Autobahnen führt zu einer signifikanten Verringerung der Todeszahlen.“

 

Bei einer wissenschaftlichen Arbeit würde hier ebenfalls nach dem abschließenden Anführungszeichen eine Fußnote eingefügt werden bzw. der Beleg stehen.

 

Du kannst das Zitat auch in einen Satz einbauen. Dann wird nur der Teil, den du wörtlich übernimmst, in Anführungszeichen gesetzt. 

 

Müller schreibt, dass eine Geschwindigkeitsbegrenzung „zu einer signifikanten Verringerung der Todeszahlen führt“.

 

Wichtig: Der abschließende Punkt steht hier nach den Anführungszeichen, da das Zitat in den Satz nur eingefügt wurde und keinen eigenständigen Satz bildet.

 

Bei einem längeren Zitat (über drei Zeilen) kannst du den Text einrücken und kursiv setzen, dafür auf die Anführungszeichen verzichten. Es muss aber klar sein, dass es sich um ein Zitat handelt.

Änderungen kennzeichnen!

Immer gilt: Das Zitat muss wortwörtlich übernommen werden. Was aber, wenn das Zitat grammatikalisch nicht zum übrigen Satz passt? Dann kann es angepasst werden, die Änderungen werden durch eckige Klammer angezeigt. Die eckigen Klammern lassen sich von den runden Klammern unterscheiden, die ja durchaus Teil des Zitats sein können.

 

Beispiel: Becker schreibt in seiner Abhandlung, dass „eine Tempobegrenzung (130 km/h) [zu] weniger Tote[n]“ führt.

 

Die runden Klammern stehen im Originaltext, die eckigen wurden von mir hinzugefügt.

 

Geändert werden darf auch nicht eine veraltete Rechtschreibung (Stichwort ß bei „daß“) oder auch Rechtschreibfehler. Solltest du einen bemerken, dann kennzeichnest du ihn mit einem [sic], ebenfalls in eckigen Klammern. Sic stammt aus dem Lateinischen und bedeutet „wirklich so!“.

 

Beispiel: „In meiner Reflektion [sic] komme ich zu keinem Ergebnis.“

 

Reflexion heißt es richtig geschrieben, daher ist der Hinweis an dieser Stelle angebracht.

Alte Rechtschreibungen musst du hingegen in der Regel nicht kennzeichnen.

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