Ein Plädoyer für das Semikolon

Es gibt einige Möglichkeiten, einen Satz zu strukturieren, ihn etwas lebendiger zu gestalten. Man kann zum Beispiel einen Gedankenstrich einsetzen oder einen Doppelpunkt. Beides hat seine Tücken, bei ersterem wird gerne fälschlicherweise der kürzere Bindestrich benutzt oder vergessen, den Gedanken mit einem zweiten Strich zu beenden, beim zweiten folgt häufig entweder eine falsche Groß- oder Kleinschreibung. Sehr beliebt sind Fragezeichen und Ausrufezeichen gerade in den sozialen Netzwerken, um seiner Empörung besonderen Ausdruck zu verleihen.

 

Ein kleines Satzzeichen gerät dabei immer weiter in Vergessenheit, und das ist sehr schade. Ich schreibe vom Semikolon; es wird auch Punktstrich genannt. Richtig eingesetzt, kann es sehr nützlich sein. Es ist ein Mittelding zwischen Punkt und Komma und wird benutzt, wenn ein Komma zu schwach ist, ein Punkt aber zu stark. So wie bei dem fetten Satz da oben. Oder wenn zwei Sätze in einem engen inhaltlichen Zusammenhang stehen: Heute Abend gibt es Spargel; ich muss noch ein paar Sachen dafür einkaufen.

 

Eine weitere Verwendungsmöglichkeit besteht darin, bei Aufzählungen Sinneinheiten voneinander abzutrennen: Silberreiher, Graureiher, Schmuckreiher; Perserkatze, Siamkatze, Thaikatze; Seelachs, Seeteufel, Seezunge.

 

Also: Nutzt das Semikolon, damit es nicht gänzlich verschwindet!

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